PRO BAHN FRANKFURT

Fotos: Dr. Barbara Grassel (2), Wilfried Staub (2)

Aktualisiert 07. Oktober 2021 Umbau Bahnhof Niedernhausen Pleiten, Pech und Pannen – und nach sechs Jahren immer noch kein Ende in Sicht Bereits im Sommer 2015 begannen die ersten Vorarbeiten. 2018 ging der barrierefreie Umbau einer wichtigen Umsteigestation im RMV aber erst richtig los. Allerding so vollkommen barrierefrei wurde die Station aus Sicht der S-Bahn-Fahrgäste dann aber dann doch nicht. Die neue Bahnsteighöhe aller fünf Gleise hat die DB-Normhöhe von 76 Zentimeter, die S-Bahn-Züge von DB Regio haben aber bekanntlich eine Einstiegshöhe von 96 Zentimeter! Ergo ist eine Stufe von exakt 20 Zentimeter zu überwinden, für gebehinderte Personen nicht gerade ein Vergnügen, für Rollstuhlfahrer nur mit mobiler Rampe zu bewältigen. Bei einer Endstation praktikabel und bei einer Station mit Mischverkehr nicht anders zu lösen. Schön wird die Station werden, wenn sie denn einmal fertig ist und man sich zuvor noch entschließen könnte, dass leer stehende Empfangsgebäude abzureißen. „Unerwarteter“ Wassereintritt in der Fahrgastunterführung hat zu einem erneuten Baustopp geführt. Derzeit wird die Unterführung bei Regen provisorisch mit einem Feuerwehrschlauch und einer Behelfspumpe entwässert. Eine Kamerauntersuchung der maroden Abwasserleitungen hat erneut Verwerfungen zu Tage gebracht, die mittels Inliner-Technik behoben werden müssen. Der verschobene Eröffnungstermin von Dezember 2020 wurde auf Sommer 2021 und nun erneut auf das Frühjahr 2022 vertagt. Die ursprünglichen Baukosten von 7,4 Mio. Euro sind inzwischen auf 13,4 Mio. geklettert und das ist noch nicht einmal der Betrag der Schlussrechnung. Der Anteil der Stadt kletterte von 0,87 auf 1,3 Mio. Euro oder mehr. Immerhin, die im Bild noch zu sehende marode Straßenbrücke der Wiesbadener Straße wurde im Spätsommer diesen Jahres ohne große Öffentlichkeitsbeteiligung abgerissen. Der Neubau befindet sich in der Vorbereitungsphase. Er dürfte keinen nennenswerten Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs führen. Freuen wir uns schon einmal auf die mehrfach verschobene feierliche Inbetriebnahme. Was aber noch länger auf sich warten lassen dürfte, ist die Einführung einer überschlagende Triebfahrzeugwende, die zu einer deutlichen Verbessrung der Pünktlichkeit auf der Linie der S2 führen könnte. Neuer Termin soll nun der Fahrplanwechsel 2027 sein. PRO BAHN wird sich dafür einsetzen, diesen Plan des RMV zur Stabilisierung des Fahrplans deutlich früher umzusetzen und plädiert gleichzeitig dafür, die Umsteigesituation auf der Lahn Bahn (Taunusstrecke) so zu gestalten, dass die Fahrgäste immer am gleichen Gleis bzw. am gleichen Bahnsteig gegenüber, also in jeder Fahrtrichtung ohne Überwindung von Treppen, umsteigen können. Das könnte wie folgt aussehen. Eine solche komfortable Umsteigebedingung gelingt von der Ländchesbahn auf die Züge in und aus Richtung Limburg nur in nördlicher Fahrtrichtung. In der Gegenrichtung hat man ausreichende sechs Minuten Zeit, den Bahnsteig zu wechseln. Wie sich die Umsteigesituation gestalten könnte, kann dem nachfolgenden Fahrplanauszug und den beiden Grafiken entnommen werden.