PRO BAHN FRANKFURT

Barrierefreier Ausbau und Modernisierung der Verkehrsstation Niedernhausen Der Bahnhof Niedernhausen im Taunus ging 1877 In Betrieb. Er ist Umsteigestation der Bahnlinien Frankfurt – Limburg (Main-Lahn-Bahn) und Wiesbaden – Niedernhausen (Ländchesbahn). An Werktagen (A) steigen hier 5.000 Fahrgäste ein, aus oder um. Der Hausbahnsteig 1 wurde auf einer Länge von 140 Metern neu gebaut und auf 76 Zentimeter üSO erhöht. Die Mittelbahnsteige 2 und 3 weisen bereits die neue Standardhöhe auf. So kann künftig ein barrierefreies Ein- und Aussteigen an allen Bahnsteigen ermöglicht werden, schreibt die DB, Berlin in einer PM, und weiter: Im Rahmen der Modernisierung werden die drei Bahnsteige zudem mit neuen Dächern, Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen sowie einem neuen Wegeleitsystem ausgestattet. An allen Bahnsteigen werden Aufzüge und neue Treppenanlagen installiert. Die vorhandene Personenunterführung wird modernisiert. Mit über 3,7 Millionen Euro unterstützt das Land Hessen die DB Station & Service beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Niedernhausen (Taunus). Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf rund 7,3 Millionen Euro (Kalkulationsstand Dezember 2015). Die Bauarbeiten haben im Februar 2019 begonnen und sollten ursprünglich einmal im April 2020 abgeschlossen sein. Während der Bauphase musste der Fahrplan der S2 über Monate ausgedünnt werden (Vorzeitige Wende der Verdichter in Hofheim) und die Fahrgäste mussten und müssen immer noch über eine unverhältnismäßig lange Zeit erhebliche Beschwerlichkeiten in Kauf nehmen. Es sieht Ende November nicht danach aus, dass die Bauarbeiten wenigstens mit dem Fahrplanwechsel 2020 abgeschlossen sind. Und das Empfangsgebäude bleibt weiterhin ein nicht tolerierbarer Schandfleck. Aktualisierung zum 05.12.2020: Marode Straßenbrücke in Niedernhausen unverzüglich abreißen Am 10. September 2020 gegen Mittag hat Hessen Mobil die Eisenbahnüberführung auf der Wiesbadener Straße zwischen Goethestraße und Kettelerstraße in Niedernhausen für den Autoverkehr bis voraussichtlich 28. März 2021 gesperrt. Grund: Ein maroder Brückenpfeiler. Später folgte die Totalsperrung auch für Fußgänger und Fahrradfahrer. Periodisch durchgeführte Vermessungsarbeiten haben jetzt ergeben, dass ein zweiter Pfeiler in eine nicht mehr tolerierbare Schieflage geraten ist. Die Situation scheint dermaßen dramatisch, dass Erschütterungen durch die darunter verkehrenden Züge die Brücke zum Einsturz bringen könnten. Am 01. Dezember 2020hat Hessen Mobil daher verfügt, dass der Bahnverkehr darunter mit sofortiger Wirkung eingestellt und die Oberleitung stromlos geschaltet werden muss. Der Zugverkehr zwischen Eppstein bzw. Wiesbaden-Igstadt und Idstein ist somit komplett zum Erliegen gekommen. Die Dauer der Sperrung ist lt. RMV noch nicht absehbar. Die über Monate hinaus zögerliche Haltung von Hessen Mobil und das Hinausschieben einer Entscheidung über Sanierung oder Abriss, verbunden mit einem Neubau der in die Jahre gekommenen Brücke Hat in letzter Konsequenz nicht nur zur Totalsperrung der Brücke, sondern auch zur Stilllegung einer wichtigen Bahnstrecke geführt. Davon betroffen sind werktags 66 Personenzugpaare, zwei Güterzüge und etliche Leerfahrten. Ein Ersatzverkehr mit Bussen für den gesperrten Streckenabschnitt wurde unverzüglich eingerichtet, Für die durch die Modernisierung des Bahnhofs Niedernhausen in den letzten zwei Jahren mehr als gebeutelten Fahrgäste (mit täglichen Zugausfällen, vorzeitiger Wende und erheblichen Verspätungen) stellt dies nun den Supergau schlechthin dar. Der Ausfall der Regionalbahnen und der Regionalexpresszüge und der Ersatzverkehr führt für die betroffenen schätzungsweise 20.000 Fahrgäste nun zur Notwendigkeit des mehrfachen Umsteigens von der Regionalbahn in den Bus und in die S-Bahn, sondern auch zu Kapazitäts- Reduzierungen ausgerechnet in Corona-Zeiten. Mit Bussen können nicht so viele Fahrgäste transportiert werden wie in einem Langzug der S-Bahn oder einem Doppelstockzug. In überfüllten Ersatz-Bussen ist kein Abstandhalten möglich. Die Regelung, zwischen Limburg und Frankfurt den ICE zuschlagfrei zu nutzen, ist durchaus löblich, dürfte für die meisten Fahrgäste aber keine hilfreiche Lösung sein, schon wegen der Lage des ICE-Bahnhofes Limburg-Süd weit außerhalb des Stadtzentrums. Und dass diese Möglichkeit "zunächst" bis zum 03. Januar 2021 befristet ist, lässt Schlimmes erahnen, was die Dauer der Sperrung angeht! Die komplette Sperrung des Bahnhofs Niedernhausen über einen längeren Zeitraum kann nicht unwidersprochen hingenommen werden. PRO BAHN unterstützt uneingeschränkt die Forderung der Stadtverordnetenversammlung und des Bürgermeisters von Niedernhausen nach einem schnellen Abriss der einsturzgefährdeten Brücke. Damit wäre zwar die Situation für den Individualverkehr noch nicht gelöst, aber der Regelbetrieb im Schienenverkehr könnte schnellstmöglich wieder aufgenommen werden. Anschließend kann man in Ruhe Überlegungen anstellen, wie ein Ersatzbau bei minimaler Beeinträchtigung des Bahnbetriebs aussehen könnte. B.G. / W.S. Update 19.12.2020 HessenMobil hat mit Unterstützung der DB Netz AG inzwischen ein Notgerüst am Brückenbauwerk im Zuge der L 3027 zur Unterführung der Bahn errichtet (Foto), sodass alle Durchfahrgleise wieder freigegeben werden können. Bis zum 19. Dezember sollen die Arbeiten am Notgerüst abgeschlossen werden. Das Rollenlager an Pfeiler 8 wird ausgetauscht, anschließend wird die Baustelle geräumt. Auch die Messmarken des Monitoringsystems werden wieder gesetzt und eingemessen, so dass das Bauwerk bis zum Abriss dauerhaft überwacht werden kann. Über Wochenende wird DB Netze die Oberleitungen wieder richten und die Sicherung (Erdungen) entfernen. Die Inbetriebnahme des regulären Zugverkehrs wird nach Angaben der Bahn am Montag, den 21.12.2020 zum Betriebsbeginn (4:00 Uhr) erfolgen. Der erste Planzug wird die S 35205 (Abfahrt Niedernhausen 4:03, Gleis 5) sein. Zuvor müssen noch Leerzüge der S-Bahn RheinMain von Frankfurt/Main und Limburg nach Niedernhausen geholt werden. Bildquelle: HessenMobil Der RV Großraum Frankfurt berichtet Erfolgreiche Regionalmitgliederversammlung des RV Frankfurt Am Mittwoch, dem 07. Oktober 2020 fand mit zeitlicher Verzögerung die diesjährige Regionalmitgliederversammlung des RV Frankfurt unter Corona- Bedingungen im Saalbau Haus Gallus in Frankfurt am Mai statt. 1. Die stellvertretende Vorsitzende erläutert eingangs auszugweise den ausführlichen Jahresbericht des Regionalverbandes, der bereits in gedruckter Form vorab zugestellt wurde. Die anlässlich der Sitzung ohne Änderungen gebilligte Fassung finden Sie hier. Dr. Kristine Schaal schloss Ihren Ausführungen mit einem besonderen Dank an Wilfried Staub, der die Broschüre „Mehr Verkehr auf die Schiene“ im Alleingang erstellte und an Helmut Lind, der wegen der Corona-Vorschriften seit dem Frühjahr einen erheblich erhöhten Aufwand damit hatte und weiter hat, geeignete Versammlungsräume zu finden und zu buchen. Sie überreichte beiden als kleines Dankeschön ein Buch-Präsent mit Bahn-Bezug. 2. Der Bericht des Kassenwartes schließt mit einem gegenüber früher, bedingt durch die Einstellung des Umsteigers, deutlich höherem positiven Saldo ab. 3. Nach Aussprache wurden Vorstand und Kassenwart einstimmig entlastet. 4. Die anstehenden Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: a) Vorsitz: Dr. Kristine Schaal, b) Vertreter: Dr. Barbara Grassel, Apostolos Koreas, c) Kassenwart: Helmut Lind, Vertreter: Hansjörg Schmidt, d) Pressereferent: Wilfried Staub, e) Ersatz für turnusmäßig ausscheidenden Kassenprüfer: Frank Nagel. 5. Vorschläge für die Delegiertenwahl/Ersatzdelegiertenwahl für den Bundesverbandstag 2021 (aktuell geplant für 07. – 09. Mai 2021 in Karlsruhe): Voraussichtlich entsendet der RV Frankfurt wieder zwei Delegierte. Sofern vor dem nächsten BVT Corona bedingt keine Landesversammlung mehr stattfinden kann, verbleibt es bei den bereits nominierten Delegierten. Vorsorglich werden aber für den anderen Fall folgende Vorschläge beschlossen: Barbara Grassel und Kristine Schaal als Delegierte, Apostolos Koreas und Helmut Lind als Ersatzdelegierte. Daniel Gaumann, der nicht anwesend war, soll kontaktiert werden und ggf. nachgemeldet werden. 6. Anträge Es liegen zwei Anträge vor. Antrag 1: Mitgliederzeitung (MGZ) Dr. Kristine Schaal begründet den Antrag unter Hinweis auf die Entwicklung in der bisherigen Herausgeber-Runde des „Umsteiger“. Thomas Kraft beziffert die bisherigen Kosten für den „Umsteiger“ und den verteuerten Postversand mit ca. 1.500 € pro Ausgabe. Es werden Überlegungen angestellt, ob die MGZ in Druckform oder nur elektronisch erscheinen soll. Wilfried Staub bringt den Vorschlag ein, auch über ein Verfahren wie bei der HEF nachzudenken, d.h. die MGZ erscheint über das das Jahr bei Bedarf nur elektronisch, am Jahresende werden die interessantesten und zeitlosen Beiträge aller RV in einer Art Jahresbericht als Broschüre allen Mitliedern des LV zugestellt. Hierüber wurde kein Beschluss gefasst. Alle Anwesenden sind sich aber darin einig, dass eine MGZ erscheinen soll. Dieser Antrag wird einstimmig mit 8:0:0 beschlossen. Antrag 2: Ausstattung von S-Bahn-Zügen mit Toiletten Dr. Barbara Grassel begründet den Antrag, und weist darauf hin, dass sie auch von vielen Fahrgästen auf dieses leidige Thema angesprochen werde. Landesvorsitzender Thomas Kraft ergänzt, dass das Problem fehlender WCs auch beim NVV ein Thema sei, da die Kasseler Regio-Tram ebenfalls über keine WCs verfüge. Es wird vereinbart, dass der RV Frankfurt zunächst die Forderung nach WCs für das RMV-Gebiet erhebt und der LV danach für alle hessischen Verkehrsverbünde nachzieht. Frank Nagel weist darauf hin, dass die nächste Fahrzeug-Ausschreibung für S-Bahn-Fahrzeuge beim RMV für 2028 anstehe, so dass jetzt die Vorbereitungen getroffen werden könnten. Thomas Kraft erläutert, dass bei den nicht zur S-Bahn Rhein-Main gehörenden Zügen die WCs im Frankfurter Hbf geleert und geputzt würden, dies also auch für die S-Bahn-Züge möglich sein müsste. Der Antrag wird bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme mit 7 : 0 : 1 angenommen. Im Anschluss an die Regionalmitgliederversammlung fand die Informationsveranstaltung mit dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling zu den geplanten Neuerungen im Lokalen Nahverkehrsplan der Stadt Frankfurt a.M. statt. Ziel der Neustrukturierung des Bus- und Straßenbahnnetzes und der Taktverdichtung auf 7,5 bzw. mindestens 10 Minuten in der HVZ ist es einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Frankfurt zu erreichen und den Fahrgästen auch mehr Komfort durch ein höhere Platzangebot zur Verfügung zu stellen. Mit Oesterling hat Frankfurt den richtigen Mann an der richtigen Stelle, der – so die Meinung von PRO BAHN – anstehende Infrastrukturprojekte fachkundig und mit Nachdruck umzusetzen, in der Lage ist. Auf Nachfrage gab Oesterling ausführlich und ohne Zeitlimit Auskunft über den aktuellen Stand bei der Realisierung der RTW. Erstellt von: Wilfried Staub Der frisch gewählte Vorstand des Regionalverbandes Großraum Frankfurt e.V. (von oben nach unten): Hansjörg Schmidt, Helmut Lind, Barbara Grassel, Wilfried Staub, Kristine Schaal, Apostolos Koreas. Klaus Oesterling in Diskussion mit den Teilnehmern der Veranstaltung über den zukünftigen Frankfurter Nahverkehrsplan. Fotos: Thomas Kraft, Dr. Kristine Schaal